03 Bauen im Bestand

Tulla-Realschule, Fachtrakt

Projekt­beschreibung

Das Bestandsgebäude des Fachtrakts der Tulla-Realschule wurde 1959/60 als 1. Bauabschnitt des Schulzentrums im Rintheimer Feld erbaut. Im Zuge der Umwidmung des gesamten Schulkomplexes zu einer Realschule erfolgte die Umnutzung der Klassenzimmer zu Fachräumen sowie die Einrichtung von 2 Werkräumen im UG.

In seiner äußeren Gestalt war das Bestandsgebäude geprägt durch die geschoßhohen, jeweils über die gesamte Raumbreite verlaufenden, gereihten Fensterelemente und das Abbilden der schottenartigen Tragstruktur in der Fassade durch Sichtmauerwerksflächen in den Tragachsen und an den Giebeln.

Aufgrund des schlechten Zustands der Gebäudehülle und der nicht mehr zeitgemäßen Ausstattung und Zuschnitte der Fachräume war der Umbau und die Generalsanierung des Gebäudes erforderlich.

Zunächst wurde in einem 1. Bauabschnitt (2012-2013) die Außenhülle energetisch ertüchtigt. In einem 2. Bauabschnitt (2014-2015) erfolgte dann der Umbau und die Sanierung sämtlicher Innenräume, die Ertüchtigung des Brandschutzes sowie die Herstellung der Barrierefreiheit (Aufzug) und des 2. baulichen Fluchtwegs (Fluchttreppe).

Aufgrund der erforderlichen Dämmmaßnahmen musste das Gebäude in seiner äußeren Gestalt neu interpretiert werden. Ziel war es die ursprüngliche Flächengliederung und kleinteilige Maßstäblichkeit der Fassaden beizubehalten und mit neuen Mitteln zu realisieren.

Die Außenwandflächen wurden in Anlehnung an die vorhandenen Sichtmauerwerksflächen mit einer anthrazitfarbenen, feinstrukturierten Ziegelfassade verkleidet. Bei den Fensterelementen wurde das vorhandene Prinzip der Reihung raumhoher Elemente und die Einteilung in Öffnungs- und Brüstungsfelder beibehalten. Die Modulgrößen entsprechen den ursprünglichen Fenstergrößen. Alle Fensterflächen sind mit einem außenliegenden Sonnenschutz versehen. Die Befestigung dieser Außenjalousien erfolgt in Höhe der Geschoßdecken, die Jalousieblenden sind aus gekantetem Corten-Stahlblech. Die ursprüngliche horizontale Gliederung der Fassaden durch Abbilden der Geschossdecke in der Fassadenebene wird damit neu interpretiert.

Das Zusammenspiel von dunklen Ziegelflächen und rostfarbenen Bändern aus Corten-Stahl prägt in starkem Maß das neue Erscheinungsbild des sanierten Fachtrakts.